Wenn wir von sozialer Diversität oder sozialer Herkunft sprechen, denken viele häufig an Personen mit Migrationshintergrund. Es ist natürlich richtig, dass Migrationserfahrungen häufig mit bestimmten sozialen Hintergründen im Sinne der Bildung und des Berufs der Eltern einhergehen. In diesem Fall geht man davon aus, dass die primären und sekundären Herkunftseffekt genauso wirken, wie bei Personen ohne Migrationshintergrund (dass der Begriff «Migrationshintergrund» nicht immer und überall das Gleiche bedeutet und was für Konsequenzen das für die Erforschung von Effekten des Migrationshintergrundes hat, kannst Du hier nachlesen: Operationalisierung des Migrationshintergrundes am Beispiel von PH Studierenden in der Schweiz).
Gleichzeitig ist man sich in der Forschung einig, dass es bestimmte Einflüsse des Migrationshintergrundes auf Bildungsentscheidungen gibt, die nicht allein durch Bildung, Beruf und Einkommen der Eltern erklärt werden können.
Auftrag 5
Lies dir folgenden Text durch: Becker, Rolf; Jäpel, Franziska; Beck, Michael (2013). Diskriminierung durch Lehrpersonen oder herkunftsbedingte Nachteile von Migranten im Deutschschweizer Schulsystem? Schweizerische Zeitschrift für Soziologie / Swiss journal of sociology / Revue suisse de sociologie, 39(3), S. 517-549. Seismo Press.
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Denk nach!
Wenn du dir die Befunde der Studie von Becker et al., die du eben gelesen hast, betrachtest, findest du Hinweise für Diskriminierung von Schüler:innen mit Migrationshintergrund durch Lehrpersonen? Fallen dir aus deiner Berufspraxis Beispiele für Diskriminierungen ein? Falls ja, denkst du, dass diese systematisch sind?