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Abschlussbedingungen

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3. Gesprächsebene 2: Reflexives Praxisgespräch

(Niggli, 2004, S. 6f.; Niggli, 2005, S. 90ff.)


Das reflexive Praxisgespräch bezieht sich auf theoretische und praktische Handlungstheorien. Dadurch wird das Hintergrundwissen geklärt. Das Gespräch wird dabei nicht nach vorgegebenen Kriterien behandelt, sondern beginnt mit einem Bedürfnis nach Reflexion. Dabei werden Hintergrundüberlegungen zugänglich gemacht. Das reflexive Praxisgespräch kann in drei Phasen aufgebaut werden:

  • Phase 1 - Beschreiben: Beschreibung der relevanten Ereignisse
  • Phase 2 - Analyse: Hintergrundwissen klären
  • Phase 3 - Synthese:  Abklärung, ob das Hintergrundwissen verändert werden kann

Ein Grossteil des Wissens zeigt sich im Handeln, dabei kann aber unterschieden werden zwischen Wissen (knowing that) und Können (knowing how). Dieses Wissen ist von der konkreten Tätigkeit losgelöst und zeigt sich in Vorannahmen und Vorwissen, die durch das Gespräch erarbeitet werden. Gewisse Dinge werden allenfalls neu konstruiert, bspw. mit der Frage, ob es etwas gibt, das die Lehrperson anders sieht als zu Beginn des Gesprächs, wodurch ein Conceptual Change stattfinden kann.

 

Im Rahmen des reflexiven Praxisgesprächs wird ausserdem zwischen implizitem und explizitem Wissen unterschieden:

  • Implizites Wissen: persönlich, kontextspezifisch, analog (praktisch), schwer kommunizierbar, stummes Wissen
  • Explizites Wissen: kann in formaler, systematischer Sprache weitergegeben werden, Verstandeswissen

Diese beiden stellen komplementäre Wissensformen dar. Neues Wissen kann dabei in einer Wissensspirale durch eine Interaktion zwischen implizitem und explizitem Wissen geschaffen werden.

 

In folgender Abbildung wird die Wissensspirale visualisiert:

  • Sozialisation (von implizit zu implizit): Erfahrungsaustausch, gegenseitiges Lernen durch Beobachtung, Nachahmung, Praxis
  • Externalisierung (von implizit zu explizit): Artikulation des Wissens, implizite Handlungsweisen werden sprachlich gefasst und somit anderen verständlich gemacht
  • Kombination (von explizit zu explizit): Bereiche von explizitem Wissen werden miteinander verbunden, eigenes explizites Wissen wird mit Wissen von anderen verbunden
  • Internalisierung (von explizit zu implizit): z.B. learning by doing


Abbildung 3: Eigene Darstellung der Wissensspirale in Anlehnung an Niggli, 2005, S.96


Wissen wird aber nicht einfach von einer Person übernommen, sondern im Handlungskontext erworben. Das Ziel der Reflexion ist dabei neues Wissen zu generieren. Der Lernzyklus ist folgendermassen aufgebaut:


Abbildung 4: Abgeänderte Darstellung des Lernzyklus in Anlehnung an Niggli, 2005, S.97


Um das zu veranschaulichen, lies folgende Sequenzen eines Transkripts eines reflexiven Praxisgesprächs und ordne die Sequenzen der einzelnen Phasen zu.


Mache dir ausserdem Gedanken zu folgenden Fragen:

  • Inwiefern wurden die einzelnen Phasen beim Lernzyklus eingehalten?
  • Wie wurde das Handlungswissen eruiert?
  • Inwiefern ist es dem Coachee möglich, neues explizites Wissen zu implizieren?


Hier erhältst du dann auch die Lösung, in der du kontrollieren kannst, ob deine Zuordnung stimmt.

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