Lösung Bausteine der Gesprächsführung
*Aktives Zuhören* entsteht dadurch, dass die Körperhaltung den Sprechenden zugewandt ist und Blickkontakt gesucht wird. Die Konzentration liegt auf der verbalen und nonverbalen Aussage der Sprechenden. Bei der Aufnahme der Inhalte werden diese nachvollzogen. (Nicolaisen, 2017a, S. 57)
Die Aussagen der Lernenden werden in wenigen Sätzen *zusammengefasst und gespiegelt*, wobei im Anschluss gefragt wird, ob die Aussagen richtig verstanden wurden. Dies geschieht dadurch, indem die Lernenden eingeladen werden, die Zusammenfassung zu korrigieren und zu ergänzen. Wahrgenommene Emotionen werden angeboten und dadurch gespiegelt. (Nicolaisen, 2017a, S. 58) "Ich meine zu sehen, dass du […], du bist […]?" (Nicolaisen, 2017a, S. 58). Dadurch werden Gefühle und Emotionen den Lernenden selbst klarer. Sie erkennen und verstehen, was in ihnen vorgeht. Im Weiteren fühlen sie sich durch das Gespräch nicht alleine, da die Coachenden daran teilnehmen. (Nicolaisen, 2017a, S. 58)
Während des Gesprächs entstehen *Pausen*. Dies sind Situationen, in welchen nichts gesagt wird, nachdem die Coachenden etwas gefragt haben oder die Lernenden etwas gesagt haben. Diese deuten auf innerliche Arbeit hin. Wenn diese zugelassen werden, führt dies zur Entschleunigung und ermöglicht Erkenntnisse. (Nicolaisen, 2017a, S. 58 f.)
*Nonverbale Kommunikation* durch Blicke und Gesten haben eine grosse Wirkung. So drückt sich Zugewandtheit durch die Körperhaltung und den Blickkontakt aus. Wird aktiv zugehört und mitgeschwungen, synchronisieren sich zum Teil unbewusst die nonverbalen Ausdrucksmittel wie Körperhaltung und Gestik mit dem Gegenüber. (Nicolaisen, 2017a, S. 59 f.) Dies kann jedoch auch aktiv gefördert werden, wenn darauf geachtet wird.
Sprache findet in einem kulturellen Sprachkontext statt und Menschen entwickeln eine individuelle *Eigensprache*. Dies wird Idiolekt genannt. Dadurch unterscheiden sich Menschen und Gruppen wie Peers oder Lehrpersonen als Gruppe sowie einzelne Personen in Mimik, Gestik, Melodie, Tempo, Wortwahl und der verwendeten Grammatik. Die aktiv verwendete Sprache ist dadurch emotional Geladen und vieldeutig. (Nicolaisen, 2017a, S. 60) Das emotionale Erleben zeigt sich in Bildern, Metaphern und Gesten, welche Lernprozesse beeinflussen. Durch Resonanz können die Emotionen gespiegelt, aber auch eigene Assoziationen ins Gespräch gebracht werden. So können in der Synchronisation einzelne Worte und Metaphern aufgenommen und gespiegelt oder Vergleiche angeboten werden. Dadurch werden Gefühle und Emotionen wahrgenommen und daran gearbeitet. (Nicolaisen, 2017a, S. 61)
Die Coachenden können niemals wissen, was sich in den Lernenden aktuell abspielt (Nicolaisen, 2017a, S. 61). Aus Vorerfahrungen und persönlichen Bedürfnissen entsteht subjektive Realität. Diese gilt es im Lerncoaching respektvoll zu erkunden und dabei offen zu bleiben für mögliche Bedeutungen. (Nicolaisen, 2017a, S. 62) Durch *interessiertes* Zuhören der Coachenden erhalten die Lernenden und die Coachenden gleichermassen neue Einsichten. Die Lernenden fassen zudem Mut mehr zu erzählen und können dadurch auch neue Wege entdecken. Durch Fragen der Coachenden fühlen sich die Lernenden *ernst genommen* und werden zum eigenen Nachdenken über ihre Situation angeregt. Dies fördert das Finden eigener Lösungen durch die Lernenden. (Bäschlin et al., 2007, S. 38 f.)